„Vereinen sich Tiger und Drache,
Wasser mit Feuer,
erscheint der Phönix.
Er steigt in den Himmel,
kommt über das Erdreich,
es zu retten.“
-aus der Legende von Tiger und Drache- 




Lange schon hegten Menschen Zweifel daran, ob sie alleine im weiten Universum existieren.  

Wenngleich nie Beweise für anthropomorphes Leben gefunden wurden, ausnahmslos Bausteine, die eine Grundvorraussetzung dafür schaffen könnten, vermochte im Gegenzug auch bisher niemand das Dasein anderer bewohnter Planeten ausschließen. 

Darüberhinaus passierten manchmal Dinge, die kein Normalsterblicher zu erklären imstande war.

In Wahrheit, außerhalb sämtlicher menschlicher Kenntnis, lagen neben diesem Sonnensystem viele weitere Welten. 

Jedoch galt der blaue Planet, die Erde, als der schönste in allen Galaxien! 

Denn seine natürlichen Ressourcen entsprachen seltener, darum begehrenswerter Schätze. 

Über Jahrhunderte richteten fremde Augenpaare ihre Aufmerksamkeit immer wieder Richtung Menschenreich. 

Böse Kreaturen lauerten draußen im All, welche die Heimat der Erdbewohner unbedingt beanspruchen wollten. 

Allerdings erkannte kein Mensch die stetig wachsende Bedrohung. 

Zwar spekulierten Forscher schon vor 1800 nach Christus über bestimmte astrologische Phänomene, sogenannte Dunkle Sterne, die Wissenschafter ab den späten 1960ern schwarze Löcher tauften und deren Existenz weitere Koryphäen um die 90er Jahre bewiesen, doch niemand registrierte das eigentliche Wirken jener Naturwunder.

Physikalische, sowie mathematische Formeln erklärten wunderbar ihre Entstehung, ihren Verlauf und ihr Verschwinden, innerhalb komplexer, trotzdem logisch nachvollziehbarer Rationalität. 

Einen Gesichtspunkt ließen die Beobachtungen von Pragmatikern unbewusst außer Acht. 

Schwarze Löcher, nicht solche, die Akademiker untersuchten, sondern spezielle, unerklärliche Abkömmlinge, dienten den Wesen der anderen Welt als Portale. 

Menschen, vor allem unterentwickelte Generationen früherer Epochen, erfassten niemals die Tragweite der unbegrenzten Möglichkeiten des Alls. 

Demzufolge wäre ihr Geschlecht beinahe gefallen, nachdem die erste Welle der Anderwesen ihren Heimatplanen, die kostbare Erde überfiel. 

Glücklicherweise verdankte die menschliche Rasse ihr weiteres Bestehen dem Mitgefühl des universellen Geistes.

Natürlich erinnert sie vergangene Geschehnisse nicht mehr.

Günstige Sternenkonstellationen, Jahrtausende zurückliegend, verbunden mit übernatürlichen, fast magischen Energieströmen, bedingte die Geburt einer titanischen Macht, welche nur dem reinsten Herzen, die sowohl zerstörerische Kraft der Vernichtung, als auch dem Wunder der Wiedergeburt brachte. 

Folglich stieg der Phönix gen Himmel, äscherte die Leiber aller nicht der Erde entstammenden Fremdkörper ein und begünstigte das Aufleben neuer natürlicher Ordnungen. 

Für ein Lebewesen zu gewaltig, teilte der Phönix seine Magie unter zwei auserwählten Geschöpfen auf, von dem eines die wässrige Schwärze des Yin, ein anderes das feurig Weiß des Yang erhielt.

Dadurch entstanden Tiger und Drache.

Seitdem gaben die Ahnen jener ersten Begünstigten ihr Erbe innerhalb ihrer Blutlinien weiter. 

Die Familien des Tigers, gleichermaßen des Drachen, verteidigten die Erde, mithilfe ihrer geschenkten Urkraft, unerkannt von Unbeteiligten, sprich Normalsterblichen.

Im Bewusstsein, dass eines Tages die Kräfte von Tiger und Drache alleine nicht gereichen würden, erwarteten die Sippen die Ankunft des Phönix erneut. 

Erste Überlieferungen verkündeten die Legende des wiederkommenden Verteidigers. 

So besagte sie, wenn der weiße Tiger und der grünblaue Drache zusammenfinden, Wasser und Feuer sich vereinen, erscheint am Himmel das legendäre Fabelwesen, sie alle zu retten. 

Unglücklicherweise waren die Familien der Tigris und Draconis bereits seit Anbeginn einander in keinster Weise gewogen…




Die Legende von Tiger und Drache